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Einnahmen gehen an Gehörlosen-Organisation

Das kommt gut an. „Ich bekomme täglich Mails“, sagt Siga, der seit zehn Jahren bei Zürich lebt. Streaming-Einnahmen hieraus wolle er an GehörlosenOrganisationen spenden. Zurzeit arbeitet Siga zudem an einem neuen Album, das Vanessa ebenfalls übersetzen soll. Mitte Mai soll das in Darmstadt gedrehte Video auf Youtube erscheinen. Alles begann, als er von einem Fan gefragt wurde, ob er seine Lieder mit Untertiteln versehen könnte – für eine hörgeschädigte Bekannte. „Das wurde für mich zur Herzenssache.“  Ein Jahr lang beschäftigte sich der Dreiunddreißigjährige damit und machte sich auf die Suche nach einer Person für die Übersetzung. In Vanessa FellerJung fand er eine geeignete Dolmetscherin. „Sie war genau die Richtige“, schwärmt Siga. Die Schülerin hatte zuvor bereits selbst auf Facebook Lieder in Gebärdensprache übersetzt, als „Beitrag zur Inklusion“, wie sie sagt. Gehörlose und Hörgeschädigte würden in der Gesellschaft oft vergessen. Die junge Frau aus der Pfalz ist die Tochter einer schwerhörigen Mutter und eines gehörlosen Vaters und beherrscht die Gebärdensprache von klein auf. Nach dem Abitur will sie sogar Gebärdensprachen an der Uni studieren und das Dolmetschen zu ihrem Beruf machen, wie die Sechzehnjährige sagt. 

Das Vorhaben des Rappers gefiel ihr, hörte sie doch „immer schon gern Rap“. Die gefühlvollen Texte sagten der Jugendlichen zu. Siga schickte ihr jeweils die Demo-Version eines Songs, sie lernte ihn auswendig, und sie trafen sich zum Dreh. Wie jetzt in Darmstadt. „Ich war vor vielen Jahren einmal in Darmstadt“, sagt Siga, „und es ist mir in guter Erinnerung geblieben.“ Nach den Bildaufnahmen im Studio drehten sie noch an Plätzen in der Innenstadt und besuchten das Tonstudio „Klangkantine“. Sigas Texte waren allerdings nicht immer von der Sorte des Projekts „Du“. „Ich bin erwachsen geworden“, bekennt der Familienvater, der mit 21 Jahren mit dem Rappen begann. Er habe seinen Musikstil und vor allem die Texte geändert, „dabei will ich bleiben“, sagt er. Mit seiner jetzigen „positiven Musik mit einer guten Botschaft“ spreche er auch eine größere Altersspanne an. „Ich will Vorbild sein für meine Fans“, sagt der Rapper, der früher eher in der „harten Szene“ unterwegs war. Das sei auch ein Teil von ihm, heute würde er aber „nicht mehr in diese Richtung gehen“.  

Zur aktuellen Diskussion über den Eklat um die Rapper Kollegah und Farid Bang bei der Verleihung des Musikpreises Echo wegen antisemitischer Texte sagt Siga: „Ich würde sowas nicht machen.“ Das sei alles eine große Show gewesen. In diese Debatte werde es „international Veränderungen geben“, weiß Kameramann Albatrit Haziraj. Auf Youtube könne es eine Zensur etwa bei Hasstexten oder auch Alkoholabbildungen geben.

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